Impfzentrum in Frankfurt (Oder)

Unser Fraktionsmitglied Prof. Dr. Brigitte Rieger-Jähner formulierte folgenden Brief an den Oberbürgermeister bzgl. der Impfkampagne und des Impfzentrums in Frankfurt (Oder).

Management Impfkampagne – Verbesserungsvorschlag

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Im Kölner Stadtanzeiger vom 5.1.2021 konnte man lesen: „Das Vertrauen wird gerade verspielt“ Habeck kritisiert Union und SPD scharf. Da kann man Robert Habeck, einem der beiden Bundesvorsitzenden der Grünen nur zustimmen.

Auch wenn jetzt Schuldzuweisungen unterbleiben sollten, auch in Brandenburg hätte es mit einer grünen Gesundheitsministerin, die als Ärztin kenntnisreich ist, besser laufen können. Doch Fehler können nur berichtigt werden, wenn man sie eingesteht und schnellstens behebt. Jedem von uns unterlaufen sie. So stellte Johann Wolfgang von Goethe zu Recht fest: „Der einzige Mensch der sich niemals irrt, ist der Mensch, der nie etwas tut.“

Das Management der Impfkampagne wurde hier der KVBB (Kassenärztliche Vereinigung Berlin Brandenburg) mit Sitz in Potsdam übergeben. Das war aus meiner Sicht ein Fehler.

Die Kompetenz und Expertise der in Frankfurt (Oder) tätigen Allgemeinmediziner, welche die örtlichen Gegebenheiten kennen, wird dabei nicht genutzt. Auch die Stadt Frankfurt (Oder) ließ sich wohl das Heft des Handelns aus der Hand nehmen. Konsequenz ist nun ein deutlich verspäteter Start des Impfzentrums.

Die Terminvergabe über die Service-Hotline 116 117 ist ein Chaos. Über meine persönlichen Erfahrungen berichtete ich bereits in einer Mail, welche an Sie weitergeleitet wurde.

Die Regierungen in den Bundesländer Berlin, Bayern, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg erleichtern hochbetagten Bürgern den Zugang zur Impfung über eine persönliche, schriftliche Einladung. Das muss auch in Frankfurt (Oder) möglich sein.

Ich bitte Sie, die Organisation des Impfzentrums als Stadt zu übernehmen, mit den vor Ort tätigen Medizinern zusammen zu arbeiten, sich für ausreichende Impfstofflieferungen stark zu machen, damit auch in unserer Region viele Menschen zügig geimpft werden können, insbesondere unter dem Eindruck stetig steigender Todeszahlen in den Pflegeheimen der Stadt.

Eine Kopie des Schreibens sende ich an Frau Damus mit der Bitte um Weiterleitung an Frau Ministerin Dr. Nonnemacher und an meine Fraktion.

Herzlichst

Brigitte Rieger- Jähner